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Geschmack und gesunde Ernährung


Essen wir, was uns schmeckt? Oder schmeckt uns, was wir essen? Egal, wie man es betrachtet, der Geschmack entscheidet maßgeblich mit, ob wir etwas essen oder nicht. Dabei sind die genauen Mechanismen und Hintergründe, wie sich der persönliche Geschmack bildet, noch nicht abschließend geklärt; ebenso wenig wie die Frage, welchen Beitrag die Sensorik für neue Erkenntnisse über eine gesunde Ernährung leisten kann. Hier setzt die Dr. Rainer Wild-Stiftung mit ihrem Projekt "Geschmack und gesunde Ernährung" an.

 

Forschungsprojekt Sensorik

Das Forschungsprojekt untersuchte in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg die Grundgeschmacksarten süß und bitter. Projektergebnisse fanden bereits Eingang in wissenschaftliche Publikationen und Vorträge.

 

Geschmackskompromisse statt Geschmackspräferenzen

Der Geschmack wird in der Regel als eines der wichtigsten Motive für die Lebensmittelauswahl genannt. Objektive Experimente zeigen allerdings, dass der Geschmack durch andere Faktoren beeinflusst bzw. von anderen Motiven überlagert wird. So hat eine Studie der Dr. Rainer Wild-Stiftung ergeben, dass 81% der Befragten Lebensmittel essen, die nicht ihren persönlichen Geschmacksvorlieben entsprechen. Da das Thema Geschmackskompromisse bisher kaum beachtet wurde, erweiterte die Stiftung ihre sensorische Forschung um die zentrale Fragestellung "Essen wir Dinge, die uns nicht schmecken?" 

 

Warum essen wir Dinge, die uns nicht schmecken?

2013 führte die Dr. Rainer Wild-Stiftung eine qualitative Studie auf Grundlage von Einzelinterviews zu der Frage "Warum essen wir Dinge, die uns nicht schmecken" durch. Die Studie belegt anhand von Einzelfällen, dass Menschen ihr Essverhalten aufgrund verschiedener Merkmale einer Situation anpassen. Gründe hierfür sind unter anderem:

  • das Bestreben, sozialen Normen gerecht zu werden,
  • der Wunsch, die eigene Reputation nicht zu schädigen,
  • der Wunsch nach Harmonie und Respekt in sozialen Beziehungen,
  • das Fehlen von Alternativen im Angebot,
  • ökonomische Zwänge,
  • eine erhoffte gesundheitliche Wirkung.

SCHRÖDER,Thomas/SCHÖNBERGER, Gesa: In welchen Situationen essen wir Lebensmittel, die uns nicht schmecken - und warum? Ernährungsumschau 7, M398-M403, 2015.