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Jugend und Ernährung. Zwischen Fremd- und Selbstbestimmung

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Welche Rolle Essen für Jugendliche spielt und wie Jugendliche ihre eigene aber auch die allgemeine Esskultur gestalten, erfahren Sie im neuen Tagungsband [mehr]


Mission Ernährung. Wenn Gesundheit zum Diktat wird
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Gesundheit wird zum Lebensziel. Positiver Trend oder Gesundheitswahn? [mehr]


Was der Mensch essen darf

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Der Sammelband befasst sich mit Aspekten von Moral, Ethik und Nachhaltigkeit in der Ernährung des 21. Jahrhunderts [mehr]


Die 6 W's der gesunde Ernährung


Es ist nicht nur wichtig, was wir essen, sondern auch wann, wo, wie, warum und mit wem.


Die Ernährung dient unserem körperlichen Wohlergehen. Beim täglichen Essen sind aber auch andere Faktoren von Bedeutung: Essen ist Nahrung für die Psyche; Essen ist gebunden an Raum und Zeit; und Essen ist immer auch eine soziale und kulturelle Handlung. Aus diesem Grund hat sich die Dr. Rainer Wild-Stiftung bewusst für eine umfassende Bearbeitung des Themas entschieden – das heißt für einen breiteren Zugang, als es üblich ist und für eine Zusammenführung von Denk- und Arbeitsweisen, die häufig getrennt sind. Denn es ist nicht nur wichtig, was wir essen, sondern auch wann, wo, wie, warum und mit wem.

Was essen wir? Lebensmittel sollen den Körper ernähren, sprich ihn mit allen Nährstoffen versorgen, die er braucht. Doch was ist gesund und richtig? Immer mehr „gesundheitlich wertvolle“ Produkte erscheinen am Markt; immer mehr Informationen und Empfehlungen strömen auf uns ein; und immer mehr Ernährungsweisen von vegan über Paleo bis G-free wollen uns den einzig „wahren Weg“ weisen. Bei der Ernährung gibt es aber kein richtig oder falsch. Und Lebensmittel sind nicht per se gut oder schlecht. Ernährung sollte immer am individuellen Bedarf eines Menschen ausgerichtet sein, an seinem Geschmack und seinen Vorlieben. Solange wir vielfältig und ausgewogen auswählen, kann grundsätzlich die gesamte Bandbreite aller Lebensmittel ausgeschöpft werden.

Im stressigen Alltag kann Essen schnell zur Nebensache werden. Die Gesellschaft ist so mobil wie nie zuvor. Arbeitstage verlieren an Struktur, Flexibilität ist gefordert. Wann wir essen – sporadisch oder regelmäßig, nebenbei oder mit Zeit – wird eine der wichtigsten Fragen unserer Esskultur. Auch die täglichen Mahlzeiten sind betroffen: Freie Zeitfenster bestimmen, wann und was wir essen. Essen ist flexibel und spontan – angepasst an Situation, Stimmung und Motive. Dabei sollten wir aber nicht vergessen, uns auch bewusst Zeit für das Essen (mit anderen) zu nehmen.

Hier schließt sich direkt die Frage nach dem wo wir essen an. Im Alltag ist es oft nicht machbar, regelmäßig Mahlzeiten an festen Orten einzunehmen. Kleinere Zwischenmahlzeiten außer Haus helfen über den Tag, abends wird am heimischen Herd gekocht – oder auch nicht. Ebenso wie bei der Zeit wird auch die Wahl des Ortes spontaner, frei nach dem Motto „wo immer ich will, wann immer ich will“.

Auch das wie wir essen ist entscheidend. Ein zeitgemäßer und verantwortungsbewusster Umgang mit Ernährung und Essen wird immer bedeutender. Es lohnt sich, über das Essen nachzudenken, Entscheidungen bewusst zu treffen und auf den eigenen Geschmack anstatt auf strikte Diätvorschriften zu hören. Eine ausgewogene Balance zwischen gesunder Ernährung, Bewegung und Entspannung beugt vielen Erkrankungen vor und schafft Lebensqualität bis ins hohe Alter.

Warum wir essen ist vielschichtig. Wir essen aus Hunger oder aus Lust, oder weil etwas gerade verfügbar ist. Unser Essen trägt immer bestimmte Werte mit sich. Und so essen wir nicht nur Lebensmittel, sondern Regionales, Gesundes, Ökologisches oder von der Oma Gekochtes. Gerade die vielen unterschiedlichen Ernährungstrends zeigen, dass es nicht mehr DEN Menschen mit festen Einstellungen und Wertevorstellungen gibt. Aus vielen Trends übernehmen wir Teile und passen unser Verhalten individuell an. Die Verfügbarkeit an Lebensmitteln ist gegeben, die Auswahl liegt bei uns.

Mit wem wir essen spielt dabei eine zentrale Rolle. Denn neben dem körperlichen Bedarf befriedigt Essen auch andere Bedürfnisse. Gemeinsame Mahlzeiten bieten die Möglichkeit zum Austausch und pflegen die Koch-, Tisch- und Esskultur. Motive wie Höflichkeit oder Geselligkeit können persönliche Geschmacksvorlieben überlagern und tragen entscheidend dazu bei, was wir essen und was nicht.

Essen ist eben sehr viel mehr als Ernährung!